1. Januar 2012

Kurzweiliges Schattenspiel


…und das sind wir wieder im Reich der Franchises, die derzeit den Kinomarkt beherrschen. Diesmal handelt es sich um zweiten Auftritt von Robert Downey, jr. als Sherlock Holmes in Sherlock Holmes - Spiel im Schatten. Nachdem er bereits vor rund zwei Jahren der oft etwas angestaubt wirkenden Figur neue Facetten verliehen hat, bietet Downey zwar wieder eine etwas abgedrehtere Version des Ermittlers, aber diesmal hält man sich dann doch wieder etwas mehr an die Vorlage.

Wobei gleich auffällt, dass es sich im Grunde genommen um nichts anderes handelt wie ein opulentes Buddy-Movie, das im 19. Jahrhundert spielt. Die Handlung ist sehr auf der Verhältnis von Holmes und Watson ausgelegt, wobei Jude Law einmal mehr dem guten Doktor jene Agilität verleiht, die man aus den Romanen gewohnt ist; weit entfernt von dem onkelhaften Auftreten eines Nigel Bruce an der Seite von Basil Rathbone.

Die Handlung des Films? Nun, es kommt endlich zu der ersehnten Konfrontation von Sherlock Holmes und Dr. James Moriarty, die zum Schluss bei den Reichenbach Fällen in der Schweiz endet. Dazwischen jede Menge Action und Witz basierend auf der Chemie von Downey und Law, die jede Sekunde zu spüren ist. Als Würze hat man noch eine dubiose Zigeunerin mit in die Handlung eingebracht, die ab und zu etwas zum netten Beiwerk verkommt. Schade, denn mit Noomi Rapace (Verblendung) ist sie zwar hochkarätig besetzt, doch auch total unterfordert. Aber auch wenn der Film selbst sehr großen Spaß macht, bleibt der große Schurke etwas blass. Jared Harris bemüht sich redlich einen etwas anderen Dr. Moriarty zu geben, wirkt aber oft etwas fade und zu schullehrerhaft. Sehr schade, denn man hätte sich einen Darsteller gewünscht, der es mit Downey aufnehmen kann. Doch das schafft Harris keine Sekunde. Dennoch ist auch sein Doktor diabolisch, aber eben doch ein Quäntchen zu brav, schade. Ein ganz großes Highlight ist allerdings der Auftritt von Stephen Fry als exzentrischer Mycroft Holmes. Ihm gelingt es aus der eher kleinen Nebenrolle richtig etwas herauszuholen und für einige der schönsten Lacher in dem Schattenspiel um Sherlock Holmes zu sorgen.

Nachdem man bei Sherlock Holmes sehr gut vorgelegt hat, schaltet Guy Ritchie in seinem zweiten Streich deutlich einen Gang zurück. Auch die Handlung ist wesentlich geradliniger geraten, eben weil man sich mehr an die Vorlage gehalten hat. So wird Sherlock Holmes – Spiel im Schatten zu einer netten Variante des altbekannten Ermittlers und bietet einen sehr vergnüglichen Kinoabend, was vor allem an seinen beiden Hauptdarstellern liegt.

Aber die „Konkurrenz“ schläft nicht, denn 2010 beeindruckten die Macher von Doctor Who bereits kurze Zeit nach Ritchie mit einer Adaption von Holmes, die ihn die Gegenwart transportierte. Zufall oder nicht… Die zweite Staffel von Sherlock begann am 1. Januar 2012 mit weiteren drei Fernsehfilmen. Sherlock Holmes ist einfach nicht totzukriegen.


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