13. Januar 2009

Sir John jagt den Hexer

Biografien gehören weniger zu meinen Lesegewohnheiten. Doch manchmal finde ich dann doch etwas, was sich interessant anhört. Beim letzten wöchentlichen Einkauf im Globus Handelshof in Homburg-Einöd kramte ich wieder einmal bei den heruntergesetzten Büchern herum, als ich auf etwas nettes stieß: Eine Biografie über Siegfried Schürenberg.

Jetzt wird sich jeder Fragen: Wer ist Siegfried Schürenberg?

Auch wenn sein Name nie zu den ganz großen gehörte, war er ein markantes Gesicht unter den deutschen Schauspielern. Obwohl er eine beachtliche Karriere hatte, war es die Rolle des schrulligen Sir John, dem Chef von Scotland Yard, der sich durch viele Edgar Wallace-Filme grantelte. Aber Schürenberg war auch als Synchronsprecher in rund 300 Filmen tätig. Sein markantes Organ war beispielsweise fest gebucht auf Clark Gable, den er auch in Vom Winde verweht sprach. Aber auch Walter Pidgeon in Alarm im Weltall oder George Sanders lieh er seine Stimme. Doch seine bekannteste Synchronrolle dürfte die des Shir Khan in Disneys Das Dschungelbuch sein.

Mir persönlich ist seine Stimme schon seit frühster Jugend im Gedächtnis, ähnlich wie jene von Arnold Marquis (oft als John Wayne, Robert Mitchum oder als Fumé in Grisu - Der kleine Drache unterwegs). Oft waren es markante Rollen, die Schürenberg mit seiner Stimme ausfüllte.

Die Biografie von Andreas Neumann liest sich recht nett. Sie ist nicht unbedingt weltbewegend, denn oft mutet sie mehr wie eine Aufzählung diverser Stationen an. Dennoch wirft sie ein interessantes Bild auf einen Schauspieler, der hohe Qualitäten hatte, aber nie so richtig aus den Schatten seiner Mitspieler heraustrat. Aber er hatte die Fähigkeiten auch aus kleinen Rollen etwas zu machen, was im Gedächtnis blieb. Auf jeden Fall eine interessante Lektüre.

Sir John jagt den Hexer - Siegfried Schürenberg und die Edgar Wallace-Filme von Andreas Neumann, erschienen bei Schwarzkopf & Schwarzkopf im Jahr 2005, ISBN: 3-89602-473-6

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